Lernen gelingt, wenn Lernende selbst darüber bestimmen

Selbstbestimmtes Lernen stand im Mittelpunkt der heutigen „Pädagogischen Tage“ für Lehrer/innen aus den Bezirken Baden, Bruck an der Leitha und Mödling. Dankbarkeit, Achtsamkeit und Humor steckt Hauptreferent Andreas Wurzrainer dabei als wichtigste Haltungen für erfolgreiches Lehren und Lernen fest.

PSI Monika Dornhofer, PSI Rudolf Hornung, PSI Beate Bauer-Wolf, Andrea Märzweiler (PH NÖ), PSI Gabriele Pollreiß, Michaela Hanny (PH NÖ), PSI Christine Pollak, Andreas Wurzrainer (VS Itter/Tirol), PSI Sabine Karl-Moldan, PSI Elke Wimmer (v.l.)
PSI Monika Dornhofer, PSI Rudolf Hornung, PSI Beate Bauer-Wolf, Andrea Märzweiler (PH NÖ), PSI Gabriele Pollreiß, Michaela Hanny (PH NÖ), PSI Christine Pollak, Andreas Wurzrainer (VS Itter/Tirol), PSI Sabine Karl-Moldan, PSI Elke Wimmer (v.l.)

„Wir wissen es ja ohnehin, nur fällt es nicht leicht, sich immer daran zu halten.“ – Der Tiroler Volksschuldirektor Andreas Wurzrainer versteht die Nöte von Lehrer/innen, wenn es um den Spagat zwischen Theorie und Praxis im täglichen Unterricht geht. Der Grundsatz des Entwicklers des „potentialfokussierten Lernens“ lautet: „Es gibt kein Lernen ohne Selbstbestimmung.“ Dass diese Selbstbestimmung für den/die einzelne/n Schüler/in mitunter zu kurz kommt, beleuchtete der Pädagoge heute in seinem Impulsreferat zu den Pädagogischen Tagen für Lehrer/innen aus den Bezirken Baden, Bruck an der Leitha und Mödling in der Neuen Mittelschule Traiskirchen.

Erfolg ist das Erreichen von selbst gesetzten Zielen, so Wurzrainer, und diese können Schüler/innen nur durch eigenes Tun erreichen. Dazu bedürfe es an Wahlmöglichkeiten, Strategien, Zeit, Anstrengung und Sinn. „Vor allem letzteres, der Sinn, das ‚Wofür‘ fehlt den Schülerinnen und Schülern oft vor Augen. Schule braucht Sinn, damit sie hingehen möchten.“

Erfolge müssen geschätzt werden

Als wichtigste Grundhaltung für Pädagoginnen und Pädagogen konstatiert Wurzrainer die Bereitschaft für Veränderung: „Ich kann noch lernen, optimieren, anpassen.“ Mit dieser Haltung und dem Bewusstsein, dass knapp ein Drittel des Lernerfolgs an der Lehrer-Schüler-Beziehung hängt, könne der anfangs erwähnte Spagat zwischen Theorie und Praxis gelingen. Es gelte beim Unterrichten, auf das Vorwissen der Schüler/innen einzugehen und an ihre Ressourcen anzuknüpfen. Vorhandene Erfolge sollten ausreichend wertgeschätzt werden. „Das Problem ist nur, dass wir Menschen eher gelernt haben, auf Gefahren zu reagieren als auf Erfolge. Man kann dies aber auch trainieren.“ Mit den Begriffen Dankbarkeit, Achtsamkeit und Humor benennt Wurzrainer schließlich drei der wichtigsten Haltungen von Lehrer/innen, die erfolgreiches Lernen unterstützen.

workshop-mehrstufenklasse
Workshop zum Thema „Arbeit in einer Mehrstufenklasse“ mit Dagmar Pokorny und Brigitte Schweihardt aus der Volksschule Südstadt

Workshops

In den anschließenden Workshops beschäftigten sich die knapp 200 anwesenden Lehrer/innen aus den Bereichen Volksschule und Allgemeine Sonderschule unter anderem mit Unterrichtsmethoden in Mehrstufenklassen, der Schuleingangsphase, neuen Konzepten im Sportunterricht oder Kinderbüchern im Musikunterricht. Volksschuldirektorinnen aus der Bildungsregion und darüber hinaus präsentierten ihre Konzepte für eigenverantwortliches Lernen.

Zweiter Tag

Am zweiten der beiden „Pädagogischen Tage“ beschäftigten sich Lehrer/innen aus den Bereichen Neue Mittelschule, Polytechnikum und Allgemeine Sonderschule damit, wie sich Schüler/innen zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten entwickeln können.

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